Take-Two Interactive Software Inc
TTWO.US
Unternehmensprofil
Wer an Videospiele denkt, denkt an Unterhaltung — aber hinter Titeln wie Grand Theft Auto steckt ein Unternehmen, das seit Jahren kaum Gewinn macht und trotzdem mit über 36 Milliarden Dollar bewertet wird. Das klingt paradox, erklärt sich aber durch eine Wette: GTA VI, der wohl teuerste Spieletitel aller Zeiten, soll 2025 erscheinen — und Analysten erwarten, dass er allein die nächsten Jahre prägt. Take-Two ist damit weniger ein laufendes Geschäft als ein aufgespannter Bogen, der noch nicht abgeschossen hat.
Kennzahlen
Gewinn pro Aktie (aktuell)
-22,56 USD
Take-Two verliert derzeit Geld — pro Aktie über 22 Dollar. Ein KGV lässt sich deshalb nicht berechnen, weil es keinen Gewinn gibt, durch den man teilen könnte. Das ist kein Ausnahmefall bei Spielestudios vor einem Mega-Launch, aber es bedeutet: Das Unternehmen lebt gerade von Rücklagen und Schuldenfinanzierung.
Forward-KGV (erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis)
21,0x
Das Forward-KGV zeigt, wie teuer die Aktie im Verhältnis zu den für die nächsten 12 Monate erwarteten Gewinnen ist. Bei 21 zahlst du also 21 Dollar für jeden erwarteten Dollar Gewinn — vorausgesetzt, diese Gewinnerwartung tritt auch ein. Zum Vergleich: EA, ein direkter Konkurrent, wird derzeit mit rund 18x bewertet.
Umsatz
1,70 Mrd. USD
Für ein Unternehmen mit 36 Milliarden Dollar Börsenwert ist das auffällig wenig — der Markt zahlt also das 21-fache des Jahresumsatzes. Das zeigt, wie stark die Bewertung auf zukünftige Einnahmen, vor allem durch GTA VI, aufgebaut ist und nicht auf dem, was heute schon verdient wird.
Kurs-Umsatz-Verhältnis
5,56x
Das bedeutet: Für jeden Dollar Jahresumsatz zahlst du als Aktionär 5,56 Dollar. Bei profitablen Spieleunternehmen wie EA liegt dieser Wert bei rund 2–3x. Hier zahlst du also fast doppelt so viel — mit der Erwartung, dass der Umsatz nach dem GTA-VI-Launch stark steigt.
PEG-Ratio (Bewertung im Verhältnis zum Wachstum)
2,09x
Die PEG-Ratio setzt die Bewertung ins Verhältnis zum erwarteten Gewinnwachstum. Unter 1 gilt als günstig, über 2 als teuer. Ein Wert von 2,09 bedeutet: Du zahlst viel dafür, dass das Wachstum auch wirklich kommt. Wenn GTA VI enttäuscht oder sich verzögert, gibt es hier wenig Puffer.
Stärken
- GTA VI als konzentrierter Katalysator: Grand Theft Auto V hat seit 2013 über 200 Millionen Mal verkauft und generiert bis heute Einnahmen — kein anderes Medienprodukt schafft das auf diesem Niveau. GTA VI könnte diesen Effekt wiederholen und Take-Twos Umsatz von aktuell 1,7 Milliarden Dollar in kurzer Zeit vervielfachen.
- Beta von unter 1 bedeutet: Die Aktie schwankt weniger als der Gesamtmarkt. Ein Beta von 0,97 heißt, wenn der Markt um 10 Prozent fällt, fällt Take-Two im Schnitt nur 9,7 Prozent — das macht sie etwas stabiler als viele Wachstumstitel.
- Kein laufendes Dividendenversprechen: Take-Two zahlt keine Dividende. Das klingt erst nach einem Nachteil, bedeutet aber, dass das gesamte Kapital in Spieleentwicklung fließt — und Anleger, die auf Kurswachstum setzen, werden nicht durch Ausschüttungspflichten belastet.
Risiken
- Verlust von 60 Cent pro Umsatz-Euro: Die Gewinnmarge liegt bei minus 60 Prozent — das heißt, auf jeden eingenommenen Dollar kommen 60 Cent Verlust obendrauf. Das ist kein vorübergehender Einmaleffekt, sondern spiegelt jahrelange Entwicklungskosten für GTA VI wider. Sollte der Titel sich verzögern oder enttäuschen, droht weiterer Kapitalbedarf.
- Die gesamte Bewertung hängt an einem Produkt: Ein Forward-KGV von 21 und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 5,56 lassen sich nur rechtfertigen, wenn GTA VI ein kommerzieller Riesenerfolg wird. Gibt es eine Verschiebung des Erscheinungsdatums oder schwächere Verkäufe als erwartet, könnte die Aktie — die bereits 26 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch bei 264 Dollar liegt — weiter fallen.
- Eigenkapitalrendite von minus 86 Prozent: Die Eigenkapitalrendite (ROE) zeigt, wie effizient ein Unternehmen mit dem Geld der Aktionäre wirtschaftet. Minus 86 Prozent bedeutet hier schlicht: Das Unternehmen vernichtet aktuell Kapital statt es zu vermehren. Das ist bei Spielestudios in teuren Entwicklungsphasen nicht ungewöhnlich — aber es ist ein echtes Risiko, wenn sich der Zeitplan weiter verschiebt.
Bewertung
Ein klassisches KGV lässt sich nicht berechnen, weil Take-Two aktuell Verluste schreibt. Das Forward-KGV von 21 basiert auf Gewinnen, die Analysten erst für die kommenden zwölf Monate erwarten — und die fast vollständig von GTA VI abhängen. Zum Vergleich: EA wird mit rund 18x dem erwarteten Gewinn bewertet, Activision Blizzard lag vor der Microsoft-Übernahme bei etwa 20–22x. Take-Two bewegt sich also im oberen Bereich der Branche — mit dem Unterschied, dass EA und Activision zum Zeitpunkt ihrer Bewertungen bereits laufende Gewinne erzielten.
Fazit
Wer auf den größten Spielelaunch seit Jahren setzt, findet in Take-Two eine konzentrierte Wette darauf — aber wer kauft, trägt das volle Risiko eines Unternehmens, das aktuell auf jeden Dollar Umsatz 60 Cent Verlust macht und dessen gesamte Bewertung auf dem Erscheinen eines einzigen Titels beruht.
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