thyssenkrupp AG
TKA.XETRA
Unternehmensprofil
Wenn man früher an deutsche Industrie dachte, war Thyssen einer der großen Namen — heute kämpft der Konzern ums Überleben. Was einmal Deutschlands Stahl-Gigant war, macht heute nur noch 0,5 Cent Gewinn pro Euro Umsatz und steht vor der größten Umstrukturierung seiner Geschichte. Die Stahlsparte, die jahrzehntelang das Herzstück war, soll verkauft werden, während Aufzüge und U-Boote die Zukunft sichern sollen.
Kennzahlen
Gewinnmarge
0,5%
Von 100 Euro Umsatz bleiben nur 50 Cent als Gewinn — bei gesunden Industrieunternehmen sind es meist 5-15 Euro.
Forward-KGV
13,8
Die Aktie kostet das 13,8-fache des erwarteten Jahresgewinns — deutlich günstiger als das aktuelle KGV von 32,9, falls die Gewinnprognosen stimmen.
Kurs-Buchwert-Verhältnis
0,86
Die Aktie kostet weniger als das Eigenkapital pro Aktie — der Markt bewertet das Unternehmen unter seinem rechnerischen Wert.
Eigenkapitalrendite (ROE)
2,2%
Das Unternehmen erwirtschaftet nur 2,2% Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital — deutsche Staatsanleihen bringen derzeit mehr.
Beta-Faktor
1,35
Die Aktie schwankt 35% stärker als der Gesamtmarkt — bei Marktturbulenzen sind größere Kursausschläge zu erwarten.
Stärken
- Drastische Unterbewertung: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,86 bedeutet, die Aktie kostet weniger als das rechnerische Eigenkapital — bei erfolgreicher Sanierung winken hohe Gewinne.
- Zukunftssparten mit Potenzial: Neben dem kriselnden Stahl besitzt Thyssen profitable Bereiche wie Aufzugstechnik und Marine-Systeme (U-Boot-Bau), die stabiler laufen.
- Niedrige Verschuldung: Das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital liegt praktisch bei null — das Unternehmen hat finanziellen Spielraum für die Umstrukturierung.
Risiken
- Katastrophale Profitabilität: Bei nur 0,5% Gewinnmarge arbeitet das Unternehmen praktisch ohne Gewinn — jeder Kostenanstieg oder Umsatzrückgang führt direkt in die roten Zahlen.
- Strukturkrise im Kerngeschäft: Die Stahlproduktion leidet unter billigerer Konkurrenz aus Asien und hohen Energiekosten — eine schnelle Besserung ist nicht absehbar.
- Hohe Volatilität: Mit einem Beta von 1,35 reagiert die Aktie überdurchschnittlich stark auf Marktschwankungen — nichts für schwache Nerven.
Bewertung
Das aktuelle KGV von 32,9 ist irreführend hoch wegen der minimalen Gewinne, aber das Forward-KGV von 13,8 deutet auf erwartete Gewinnverbesserung hin. Zum Vergleich: BASF handelt bei einem KGV von etwa 15, Salzgitter bei rund 10 — beide aber mit stabilerer Profitabilität. Die Bewertung ist schwer einzuschätzen, da sie komplett von der erfolgreichen Sanierung abhängt.
Fazit
Thyssen bietet als drastisch unterbewertete Sanierungsgeschichte hohe Gewinnchancen bei erfolgreichem Umbau, aber auch das Risiko eines Totalverlusts bei scheiternder Restrukturierung.
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