Rolls-Royce Holdings PLC
RR.LSE
Unternehmensprofil
Wer ein Flugzeugticket kauft, zahlt indirekt auch an dieses Unternehmen — denn Rolls-Royce verdient nicht hauptsächlich am Verkauf von Triebwerken, sondern daran, dass Airlines für jede geflogene Stunde zahlen: Je mehr Flugzeuge in der Luft sind, desto mehr fließt ins Unternehmen. Das ist wie ein Drucker, den man günstig verkauft, aber an der Tinte dauerhaft verdient. Mit einem Umsatz von 11,7 Milliarden Pfund und einer Gewinnmarge von 27,5 Prozent — also 27,5 Pence Gewinn pro eingenommenem Pfund — hat sich das Unternehmen nach den Einbrüchen durch Corona bemerkenswert erholt.
Kennzahlen
Aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
18,4x
Anleger zahlen heute das 18-fache des aktuellen Jahresgewinns pro Aktie.
Erwartetes KGV (auf Basis der Gewinnschätzungen für nächstes Jahr)
33,3x
Der Markt erwartet künftig niedrigere Gewinne — daher steigt das KGV stark an.
Gewinnmarge
27,5 %
Von jedem eingenommenen Pfund bleiben 27,5 Pence Gewinn — sehr viel für Industrieunternehmen.
Eigenkapitalrendite (ROE)
62,4 %
Rechnerisch hohe Rendite, aber durch geringes Eigenkapital verzerrt — Vorsicht geboten.
Kurs-Buchwert-Verhältnis (Aktienpreis geteilt durch bilanziellen Unternehmenswert)
38,7x
Anleger zahlen fast das 39-fache dessen, was das Unternehmen bilanziell wert ist.
Stärken
- Wiederkehrende Einnahmen durch Wartungsverträge: Das 'Power by the Hour'-Modell bedeutet, dass Airlines pro geflogene Stunde zahlen. Das sorgt für planbare Einnahmen, solange der Luftverkehr läuft — und der lag zuletzt auf Rekordniveau.
- Hohe Gewinnmarge von 27,5 Prozent: Bei den meisten klassischen Industrieunternehmen bleiben nur 5 bis 10 Prozent des Umsatzes als Gewinn übrig. Rolls-Royce liegt hier weit darüber — ein Zeichen dafür, dass die Kunden kaum Alternativen haben und höhere Preise akzeptieren.
- Kurserholung und Momentum: Die Aktie ist in den letzten 52 Wochen von 685 Pence auf bis zu 1.420 Pence gestiegen — also zeitweise mehr als verdoppelt. Das zeigt, dass der Markt die operative Wende ernst nimmt.
Risiken
- Die Eigenkapitalrendite von 62,4 Prozent klingt beeindruckend, ist aber mit Vorsicht zu genießen: Wenn ein Unternehmen viele eigene Aktien zurückkauft oder in der Vergangenheit hohe Verluste gemacht hat, schrumpft das Eigenkapital in der Bilanz — und damit steigt die Renditekennzahl rein rechnerisch, ohne dass das Unternehmen tatsächlich effizienter geworden ist. Hier ist dieser Effekt wahrscheinlich.
- Das Forward-KGV von 33,3 signalisiert Gegenwind: Analysten erwarten, dass der Gewinn künftig sinkt oder langsamer wächst als bisher. Wer heute kauft, zahlt also mehr für weniger erwartetes Wachstum — das PEG-Ratio (Verhältnis von Bewertung zu Wachstum; unter 1 gilt als günstig, über 2 als teuer) liegt bei 2,2 und damit im teuren Bereich.
- Abhängigkeit vom Luftverkehr: Bricht die Nachfrage nach Flugreisen ein — wegen Rezession, Pandemie oder Treibstoffpreisen — fliegen weniger Stunden, und Rolls-Royce verdient weniger. Der Einbruch 2020 hat gezeigt, wie stark das Geschäft davon abhängt. Mit einem Beta von 1,23 schwankt die Aktie zudem stärker als der Gesamtmarkt.
Bewertung
Das aktuelle KGV von 18,4 wirkt auf den ersten Blick moderat — aber das Forward-KGV von 33,3 zeigt, dass der Markt für die Zukunft niedrigere Gewinne einpreist, was die Aktie teurer macht als sie zunächst aussieht. Zum Vergleich: Der direkte Wettbewerber GE Aerospace wird aktuell mit einem Forward-KGV von rund 30 bis 35 gehandelt, Safran aus Frankreich liegt bei etwa 25 bis 28 — Rolls-Royce bewegt sich also im oberen Bereich dieser Gruppe. Ein Analysten-Kursziel ist in den vorliegenden Daten nicht enthalten.
Fazit
Rolls-Royce hat sich nach der Corona-Krise eindrucksvoll erholt und verdient mit 27,5 Prozent Gewinnmarge überdurchschnittlich gut — aber das Forward-KGV von 33,3 und ein PEG-Ratio von 2,2 zeigen, dass der Markt bereits viel Optimismus in den Kurs eingepreist hat, sodass wenig Spielraum für Enttäuschungen bleibt.
Stockly liefert Informationen und Einordnungen, keine Anlageberatung. Alle Analysen sind AI-generiert und können Fehler enthalten. Investitionsentscheidungen triffst du selbst.