Relx PLC
REL.LSE
Unternehmensprofil
Stell dir vor, du bezahlst jedes Jahr ein Abo, um an wichtige juristische Datenbanken, Risikobewertungen oder wissenschaftliche Fachinformationen zu kommen — und du kannst nicht einfach kündigen, weil dein ganzer Arbeitsablauf davon abhängt. Genau das ist das Geschäftsmodell von RELX: Das britische Unternehmen verkauft Informationen und Analysetools als Abonnement an Anwaltskanzleien, Versicherungen, Forscher und Behörden weltweit. Das klingt unspektakulär, bedeutet aber in der Praxis: Kunden zahlen zuverlässig Jahr für Jahr — ähnlich wie ein Netflix-Abo, nur dass die Kunden viel weniger Lust haben zu wechseln, weil ihre gesamten Workflows auf diesen Tools aufgebaut sind.
Kennzahlen
Aktuelles KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)
22,0x
Für jeden Euro Gewinn zahlt man aktuell 22 Euro — solide für ein stabiles Abo-Geschäft.
Forward-KGV (erwartetes KGV auf Basis Gewinnschätzungen)
17,2x
Analysten erwarten höhere Gewinne — deshalb wirkt die Aktie auf dieser Basis günstiger.
Gewinnmarge
21,5 %
Von 100 Euro Umsatz bleiben 21,50 Euro Gewinn — deutlich mehr als in klassischen Industriebetrieben.
Eigenkapitalrendite (ROE)
70,5 %
Sehr hoher Wert — aber Vorsicht: Aktienrückkäufe können ihn künstlich aufblähen.
Beta (Schwankungsverhalten gegenüber dem Gesamtmarkt)
0,23
Fällt der Markt um 10 %, bewegt sich die Aktie im Schnitt nur um etwa 2,3 %.
Stärken
- Stabile Einnahmen durch Abo-Modell: Wer einmal auf RELX-Datenbanken angewiesen ist, wechselt selten — das sorgt für planbare, wiederkehrende Zahlungen. Die Gewinnmarge von 21,5 % zeigt, dass dieses Modell sehr profitabel funktioniert.
- Geringes Schwankungsrisiko: Mit einem Beta von nur 0,23 reagiert die Aktie kaum auf Börsenstürme. Das macht sie interessant für Anleger, die nachts ruhig schlafen wollen — auch wenn der Markt gerade verrücktspielt.
- Faire Bewertung im Verhältnis zum Wachstum: Das PEG-Verhältnis (Verhältnis von Bewertung zu erwartetem Gewinnwachstum — unter 1 gilt als günstig, über 2 als teuer) liegt bei 1,33. Das ist kein Schnäppchen, aber auch keine wilde Spekulation — die Bewertung ist durch das Geschäftsmodell gut untermauert.
Risiken
- Eigenkapitalrendite möglicherweise verzerrt: Die Eigenkapitalrendite (ROE) von 70,5 % klingt beeindruckend, ist aber mit Vorsicht zu genießen. Wenn ein Unternehmen viele eigene Aktien zurückkauft, schrumpft das Eigenkapital in der Bilanz — und die Renditekennzahl steigt optisch, ohne dass das Geschäft besser geworden ist. Das ist hier sehr wahrscheinlich ein Faktor.
- Hohe Bewertung relativ zum Buchwert: Der Kurs liegt beim 18,6-Fachen des Buchwertes (also des rechnerischen Eigenwertes des Unternehmens laut Bilanz). Das bedeutet: Anleger zahlen viel für zukünftige Gewinne — läuft das Geschäft schlechter als erwartet, kann die Aktie deutlich fallen.
- Umsatzwachstum nicht aus den Daten ableitbar: Der ausgewiesene Umsatz von rund 4,85 Milliarden GBP enthält keine Wachstumsrate in den vorliegenden Daten. Ohne sichtbares Umsatzwachstum ist schwer einzuschätzen, ob die aktuelle Bewertung durch echte Expansion gerechtfertigt ist oder nur durch Margenoptimierung gehalten wird.
Bewertung
Das aktuelle KGV von 22,0 bedeutet: Du zahlst heute 22 Euro für jeden Euro Jahresgewinn. Das Forward-KGV — also die Bewertung auf Basis der erwarteten Gewinne im nächsten Jahr — liegt bei 17,2, was darauf hindeutet, dass Analysten mit deutlich höheren Gewinnen rechnen. Zum Vergleich: Der direkte Wettbewerber Wolters Kluwer wird aktuell mit einem Forward-KGV von rund 28x gehandelt, was RELX auf dieser Basis günstiger erscheinen lässt. Ein Analysten-Kursziel ist in den vorliegenden Daten nicht enthalten.
Fazit
RELX profitiert von einem Geschäftsmodell, bei dem Kunden kaum wechseln und die Gewinne mit 21,5 % Marge zuverlässig fließen — wer die Aktie kauft, wettet aber auch darauf, dass das erwartete Gewinnwachstum eintrifft, denn bei einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 18,6 ist wenig Spielraum für Enttäuschungen.
Stockly liefert Informationen und Einordnungen, keine Anlageberatung. Alle Analysen sind AI-generiert und können Fehler enthalten. Investitionsentscheidungen triffst du selbst.