MTU Aero Engines AG
MTX.XETRA
Unternehmensprofil
Jedes zweite Triebwerk in Verkehrsflugzeugen trägt einen Baustein von MTU – doch das Unternehmen verdient sein Geld nicht hauptsächlich mit dem Verkauf neuer Teile, sondern mit deren Wartung und Reparatur über Jahrzehnte. Wie ein Drucker-Hersteller, der mit den Patronen verdient, nur dass hier ein Triebwerk 30 Jahre lang regelmäßig Service braucht. Bei 4,6 Milliarden Euro Umsatz bleiben 11,6 Cent von jedem Euro als Gewinn übrig – deutlich mehr als bei den meisten Industrieunternehmen.
Kennzahlen
Gewinnmarge
11,6%
Von jedem Euro Umsatz bleiben 11,6 Cent als Gewinn – bei den meisten Industrieunternehmen sind es nur 5-8 Cent.
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)
17,3
Anleger zahlen das 17,3-fache des Jahresgewinns für die Aktie – ein moderater Wert für ein Unternehmen in der Luftfahrt.
Eigenkapitalrendite (ROE)
26,3%
Das Unternehmen erwirtschaftet 26 Cent Gewinn pro Euro Eigenkapital – sehr hoch, aber normal für Asset-Light-Geschäfte wie Wartungsdienstleistungen.
Kurs-Buchwert-Verhältnis
5,5
Die Aktie kostet das 5,5-fache des buchhalterischen Werts – spiegelt die wertvollen, aber schwer messbaren Wartungsverträge wider.
PEG-Ratio (Bewertung zu Wachstum)
1,29
Das Verhältnis von Bewertung zu Wachstum liegt bei 1,29 – Werte unter 1 gelten als günstig, über 2 als teuer.
Stärken
- Wartungsgeschäft mit planbaren Einnahmen: MTU verdient über Jahrzehnte an jedem verkauften Triebwerk durch Reparaturen und Ersatzteile – wie ein Abo-Modell für Flugzeugteile.
- Hohe Gewinnmarge von 11,6% zeigt, dass das Unternehmen seine Marktstellung in Geld umwandeln kann – Wartung und Reparatur sind profitabler als der reine Verkauf neuer Teile.
- Schuldenfreie Bilanz mit einem Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital von 0 – das Unternehmen kann auch schwere Krisen ohne Liquiditätsprobleme überstehen.
Risiken
- Abhängigkeit von der Luftfahrt macht MTU anfällig für Krisen wie Corona – weniger Flüge bedeuten weniger Wartungsbedarf und sinkende Umsätze.
- Freier Cashflow liegt bei null Euro, obwohl das Unternehmen Gewinne macht – das bedeutet, alle Einnahmen fließen zurück ins Geschäft statt in die Kassen der Anleger.
- Forward-KGV von 21,7 ist höher als das aktuelle KGV von 17,3 – Analysten erwarten sinkende Gewinne in den kommenden Jahren.
Bewertung
Mit einem KGV von 17,3 und einem Forward-KGV von 21,7 ist MTU moderat bewertet – zum Vergleich: Konkurrent Safran handelt bei etwa 25x und Rolls-Royce bei rund 15x. Die PEG-Ratio von 1,29 deutet auf eine faire Bewertung hin, da sie zwischen den Extremen von unter 1 (günstig) und über 2 (teuer) liegt.
Fazit
MTU bietet durch sein Wartungsgeschäft planbare Langzeit-Einnahmen und hohe Margen, trägt aber das Risiko schwankender Luftfahrtzyklen und aktuell stagnierender freier Geldflüsse.
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