First Solar Inc
FSLR.US
Unternehmensprofil
Die meisten Solarmodule kommen aus China — First Solar ist der einzige große Hersteller, der seine Panels komplett in den USA (und Malaysia sowie Vietnam) produziert und dabei eine eigene Technologie nutzt, die ohne das rare Silizium auskommt, das alle anderen brauchen. Das verschafft dem Unternehmen eine Sonderstellung in einer Zeit, in der die USA massiv Subventionen für heimische Solarproduktion ausschütten — konkret: über den Inflation Reduction Act fließen Milliarden an Steuervorteilen direkt an Unternehmen wie First Solar. Vereinfacht gesagt: Während chinesische Konkurrenten gerade mit US-Zöllen kämpfen, sitzt First Solar auf der richtigen Seite der Grenze.
Kennzahlen
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
14,3x
Anleger zahlen aktuell das 14,3-fache des Jahresgewinns pro Aktie. Zum Vergleich: Der US-Aktienmarkt liegt im Schnitt bei etwa 20–25x — First Solar ist also deutlich günstiger bewertet als der Marktdurchschnitt.
Vorausschauendes KGV (Forward-KGV)
12,2x
Auf Basis der erwarteten Gewinne im nächsten Jahr sinkt das KGV auf 12,2x. Das bedeutet: Analysten erwarten, dass der Gewinn steigt — und die Aktie gemessen daran noch günstiger wirkt als heute.
Gewinnmarge
29,3%
Von jedem Dollar Umsatz bleiben knapp 29 Cent als Gewinn übrig. In der Fertigungsindustrie, wo 5–10 Cent normal sind, ist das ungewöhnlich hoch und deutet auf Preissetzungsmacht hin.
PEG-Ratio (Verhältnis Bewertung zu Wachstum — unter 1 gilt als günstig, über 2 als teuer)
0,52
Ein Wert unter 1 bedeutet: Die Aktie ist gemessen am erwarteten Gewinnwachstum günstig bewertet. Bei 0,52 zahlt man also vergleichsweise wenig für das eingepreiste Wachstum.
Eigenkapitalrendite (ROE)
17,5%
Das Unternehmen erwirtschaftet 17,5 Cent Gewinn für jeden Dollar, den Aktionäre investiert haben. Ein Wert über 15% gilt als gut — hier liegt First Solar knapp darüber.
Stärken
- Günstige Bewertung trotz hoher Marge: Das KGV von 14,3x liegt klar unter dem Marktdurchschnitt von ~20–25x, obwohl die Gewinnmarge mit 29,3% für einen Hersteller außergewöhnlich hoch ist. Das passiert selten gleichzeitig.
- Schuldenfreiheit: Die Schulden-zu-Eigenkapital-Quote liegt bei 0 — das Unternehmen hat keine nennenswerten Bankschulden. Das bedeutet: keine Zinsbelastung, mehr Spielraum in schwierigen Zeiten, und kein Risiko durch steigende Zinsen.
- Struktureller Rückenwind durch US-Handelspolitik: Als einziger relevanter US-Hersteller profitiert First Solar direkt von Importzöllen auf chinesische Solarmodule und von staatlichen Förderprogrammen — beide Faktoren sind nicht kurzfristig, sondern gesetzlich verankert.
Risiken
- Hohe Kursschwankungen: Das Beta liegt bei 1,61 — das bedeutet, wenn der Gesamtmarkt um 10% fällt, schwankt First Solar im Schnitt um 16%. Der 52-Wochen-Bereich von 119 bis 286 USD zeigt das deutlich: Die Aktie hat sich in einem Jahr fast halbiert und verdoppelt.
- Politisches Klumpenrisiko: Ein Großteil des Geschäftsmodells hängt an US-Subventionen und Zöllen. Ändert sich die Regierungspolitik — etwa bei einer Abkehr vom Inflation Reduction Act — kann sich die wirtschaftliche Sonderstellung von heute auf morgen verändern.
- Kein Umsatzwachstum in den aktuellen Daten: Die Umsatzwachstumsrate liegt laut den vorliegenden Zahlen bei 0%. Für ein Unternehmen in einem wachsenden Sektor ist das ein Warnsignal — entweder gibt es Lieferketten- oder Kapazitätsprobleme, oder die Nachfrage ist kurzfristig abgekühlt.
Bewertung
Das aktuelle KGV von 14,3x und das Forward-KGV von 12,2x (also die Bewertung auf Basis der erwarteten Gewinne im nächsten Jahr) sind für einen Technologie- und Solartitel niedrig. Zum Vergleich: SolarEdge Technologies wurde zuletzt mit einem deutlich höheren KGV gehandelt, bevor massive Verluste die Kennzahl unbrauchbar machten — First Solar ist profitabel, SolarEdge aktuell nicht. Enphase Energy handelt bei einem Forward-KGV von rund 20–25x, also etwa doppelt so teuer wie First Solar. Ein Analysten-Kursziel ist in den vorliegenden Daten nicht enthalten.
Fazit
First Solar bietet eine ungewöhnliche Kombination aus niedriger Bewertung und hoher Marge in einem politisch bevorteilten Segment — trägt aber ein erhebliches Risiko, wenn sich die US-Förderpolitik ändert oder die Kursvolatilität Nerven kostet.
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